Klaus Dittrich zum 80. Geburtstag

Kabinettausstellung vom 15. August bis 1. November 2021
(70 Objekte)

Klaus Dittrich nennt sich selbst einen „lupenreinen“ Autodidakten auf künstlerischen Feldern in der Freizeit neben der Berufsausübung.

Hier sein Werdegang:
Klaus Dittrich ist durch sein Elternhaus und den Bad Liebenwerdaer Zeichenlehrer Michael Müller für die Bildenden Künste interessiert worden. In Hohenleipisch hat er die Töpferwerkstatt Freigang mehrfach besucht und war an der Oberschule in Elsterwerda Mitschüler von Frank Freigang, der beim internationalen Keramikwettbewerb in Faenza 1965 mit einer Goldmedaille und 1966 mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet wurde.

Gegen Ende seines Physikstudiums in Dresden 1965/66 fand Klaus Dittrich Muße und Gelegenheit, sich mit den künstlerischen Techniken Malen und Zeichnen, Druckgrafik und Keramik zu beschäftigen. Dreimal in der Woche besuchte er abends Zirkel des Bildnerischen Volksschaffens im Volkspark Großer Garten, angeleitet von professionellen Künstlern.

Für einige Jahre war Otto-Gerd Müller vom DEFA Puppentrickstudio in Dresden sein künstlerischer Berater und Freund, nachdem er ein Jahr lang dessen Keramikzirkel besucht hatte. Später absolvierte er bei ihm die Spezialschule für Leiter im Bildnerischen Volksschaffen, Sparte Keramik. An seinem ersten beruflichen Arbeitsort Riesa gründete er 1967 am Klubhaus der Gewerkschaften „Joliot Curie“ des Stahl- und Walzwerkes Riesa wegen des großen Zuspruchs gleich zwei Keramikzirkel. 1973 nach der Übersiedlung nach Berlin rief er nochmals zwei Zirkel für Keramik im Studio Bildende Kunst Köpenick ins Leben mit vollständiger Verantwortung für die technischen Voraussetzungen, Materialbeschaffung, Verbesserung der Existenzbedingungen und künstlerische Anleitung. So konnten sich jeweils 25 Zirkelmitglieder im Nachmittags- und im Abendzirkel – ob Schüler, Werktätige oder Rentner – das ganze Jahr über schöpferisch betätigen. Klaus Dittrich bekam fünfmal sogenannte gesellschaftliche Aufträge, um mit wenigen ausgewählten Zirkelteilnehmern Wandgestaltungen, z.B. für Kinderkrippe- Kindergarteneinrichtungen, auszuführen. 1978 erhielt er zusammen mit Brigitte Schulze für die Wandgestaltung im Kindergarten „Alfred Jung“ in Berlin-Lichtenberg eine Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen in Suhl.

Die umfangreichste Kollektivarbeit war die Außenwandgestaltung für den Kindergarten der KWV Köpenick, die er gemeinsam mit Jürgen und Renate Kaselow und Margret Mollwo ausgeführt hat. Mit der Thematik „Eine Wiese zum Anschauen und Anfassen“ ist eine 14 m lange maurermäßig eingeputzte Wandkeramik entworfen und ausgeführt worden, die am 1. Juni 1987 pünktlich zum Tag des Kindes übergeben werden konnte. Corona bedingt nur bis zum Frühjahr 2020 – also 47 Jahre lang – befassten sich die ehemaligen Zirkelmitglieder (auch noch Gründungsmitglieder!) in Volkshochschulkursen der VHS Treptow-Köpenick unter der Anleitung von Herrn Dittrich mit Keramik.

Angeregt durch die Arbeiten des befreundeten ungarischen Berufskerami-kers Geza Meszaros in Budapest – ein Schüler von Margit Kovacs – wurde im eigenen künstlerischen Schaffen der keramische Teller zum gestalte-rischen Schwerpunkt. Dabei bilden Tellerfläche und -form die Unterlage für grafische, malerische und plastische Vorhaben mit  keramischen Mitteln. Innerhalb der breiten Palette keramischer Gestaltungsmöglichkeiten fühlt er sich keiner Technik besonders verpflichtet. Ein anderes durchgängiges Vorhaben sind die Variationen einer Kugelvasenform, die auch stark figürlich verwendet worden ist.
Klaus Dittrich hat einige Tierformen vereinfacht gestaltet und in Gipsfor-men abgegossen, um auf diese Weise leicht zu Keramiken zu kommen, an denen verschiedene Glasurexperimente zu neuen Erfahrungen führen. Als Beispiel seien Mehrfach-Craquelés genannt.
In den vergangenen Jahren hat Klaus Dittrich mehrere Beiträge für das Internationale Keramikmagazin „Neue Keramik“ geschrieben. Er sagt: Die Keramik, analog zu den erdgeschichtlichen Vorgängen in der chemischen Küche Gottes, ist ein so unendliches Feld, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, sich nicht als keramisches Baby zu fühlen.

Seit mehr als 23 Jahren befasst sich Klaus Dittrich in seiner Freizeit auch verstärkt mit dem Malen und Zeichnen. Dabei sind als Höhepunkte Studienreisen mit seinem Freund, dem Maler Wolf U. Friedrich aus Berlin-Köpenick, zu nennen, die eigens zum Zwecke des Entdeckens, Malens und Fotografierens vorwiegend in den Mittelmeerraum unternommen wurden.

In den vergangenen 17 Jahren hat sich Klaus Dittrich als Mitglied des Vereins Kunstwerkstatt Treptow e.V. nach Jahrzehnten der Pause wieder mit der Lithographie beschäftigt und weitere Erfahrungen mit diesem faszinierenden Flachdruckverfahren sammeln können.

1941  wird Klaus Dittrich in Lutherstadt Wittenberg geboren; 1953  Umzug mit der Familie nach Bad Liebenwerda; 1959  Abitur an der Oberschule in Elsterwerda; 1959 – 1961  Armeezeit; 1961 – 1966  Physikstudium an der TU Dresden; 1966 – 1971  Entwicklungsingenieur im Direktorat Forschung und Entwicklung des Stahl- und Walzwerkes Riesa; 1972 – 1990  Wissenschaft-licher Mitarbeiter der DEFA Zentralstelle für Filmtechnik in Berlin;
1991 – 2005  Mitarbeiter der Fa. ASTeX GmbH als Prüfingenieur und Facility Manager; seit 2006   im „bewegten“ Ruhestand

Das Vermächtnis Edith Stohlmann

Meisterhafte Studiokeramik
Ausstellung vom 15. August 2021 bis 24. Januar 2022


Die Keramiksammlerin Frau Edith Stohlmann – seit 1992 Mitglied und treue Unterstützerin des Fördervereins KMB – verstarb im Dezember 2020. Sie vermachte dem Keramik-Museum Berlin ihre Sammlung mit über 200 Keramikobjekten – vornehmlich Gefäße – deutscher Künstler ersten Ranges. Die „Klassische Moderne“, resp.  Keramik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bildet hierbei einen Schwerpunkt.
In unserer Ausstellung finden sich neben zahlreichen Stücken von den von ihr besonders geschätzten Künstlern Christine Atmer de Reig, Volker Ellwanger, Horst Göbbels, Albrecht und Görge Hohlt, Horst Kerstan, Mario Enke, Bärbel Thoelke,  Karl und Ursula Scheid, Gotlind Weigel, Wendelin Stahl und Else Harney auch z. B. bedeutende Arbeiten von Edouard Chapallaz aus der Schweiz.
Seit ca. 1980 pflegte Frau Edith Stohlmann den persönlichen Kontakt zu Keramikern und Galeristen aus dem sich nicht selten auch Freundschaften entwickelten. Die hochkarätige Sammlung mit Unikaten von rund 50 verschiedenen Künstlern stellt eine willkommene Bereicherung für das sich immer noch im Aufbau befindende KMB dar.
Edith Stohlmann wurde 1932 in Freiburg/Breisgau geboren und heiratete nach Schule und kaufmännischer Ausbildung 1958 Alfred Stohlmann (1936-2017), der bis zu seinem Tod als Rechtsanwalt und Notar einer Kanzlei vorstand. Eine Tochter und ein Sohn erwuchsen aus dieser Ehe.
In der Ausstellung sind rund 200 Objekte zu sehen,

 

Andreas Fritsche – Ausstellung bis 7.9. verlängert

Der Keramiker Herr Andres Fritsche, wurde mit dem
Preis der A und A Kulturstiftung für Kunsthandwerk (Keramik) 2020
für sein kunsthandwerkliches Lebenswerk ausgezeichnet.
Deshalb präsentieren wir eine Kabinettausstellung mit keramischen Einzelstücken des Künstlers, der auch Mitglied im Förderverein unseres Museums ist.
Diesem Link folgend finden Sie weitere Informationen und Bilder der Ausstellung: https://www.facebook.com/keramikmuseum.berlin/photos/?tab=album&album_id=2479979718887064